CoDaP

Die Euregio Maas-Rhein (EMR) wird in einer zweiten Pandemiewelle wahrscheinlich erneut schwer getroffen, da sie über eine hohe Bevölkerungsdichte verfügt und viel Grenzverkehr bestehe sowie nur geschätzten 5-10% der Einwohner während der ersten Pandemiewelle infiziert wurden. Aus diesem Grund hat sich das Interreg Euregio Maas-Rhein-Projekt CoDaP zum Ziel gesetzt, die Unterschiede bei den Patienten und Patientinnen auf Intensivstationen zu untersuchen, die Richtlinien für klinische Entscheidungen zu verbessern und eine IT-Infrastruktur für einen sicheren und effizienten Datenaustausch und eine sichere Analyse aufzubauen.

Letztendlich wird dies dazu beitragen, die gesamte verfügbare Versorgung, einschließlich der Aufnahme auf die Intensivstation, für diejenigen Patienten und Patientinnen bereitzustellen, die von der Versorgung profitieren. Der Fokus soll dabei weiterhin auf der unterstützenden Versorgung der PatientInnen sowie der jeweiligen Familien liegen. 

In den vergangengen Monaten haben wir gelernt, dass COVID-19-Infektionen äußerst heterogen auftreten. Diese Heterogenität wird dadurch verstärkt, dass keine spezifische Behandlung existiert. Eine grenzüberschreitend prospektiv gesammelte Kohorte von COVID-19-Patienten auf Intensivstationen existiert nicht, wird jedoch dringend benötigt. Eine große, gut charakterisierte Euregio-Maas-Rhein-Kohorte von COVID-19 Patienten, welche die "natürlichen" Unterschiede zwischen den Ländern widerspiegelt, kann aufzeigen, welche Verfahren sich in unserer Region bewähren und kann künftigen COVID-19-PatientInnen zugute kommen.

Zudem können Daten aus unserer Region unter Berücksichtigung unterschiedlicher Einstellungen (einschließlich unterschiedlicher Gesundheitssysteme) auch zur Vorhersage der Ergebnisse verwendet werden. Etablierte Vorhersagewerte für allgemeine Intensivpopulationen scheinen für COVID-19-PatientInnen ungeeignet zu sein, da diese sich klinisch unterscheiden. Glücklicherweise werden immer mehr COVID-19-Vorhersagewerte verfügbar. Euregio-Daten haben große Vorteile bei der grenzüberschreitenden Untersuchung ihrer externen Gültigkeit und könnten insbesondere offenbaren, ob bestimmte Ergebnisse in einem Krankenhaus oder Land besser abschneiden als im anderen. Die Entwicklung neuer oder die Anpassung bestehender Modelle für das Euregio Maas-Rhein wird speziell dazu beitragen, die Ärzte und Ärztinnen besser zu informieren.

Es ist sehr wichtig anzumerken, dass die grenzüberschreitende Perspektive bei der weiteren Erfassung des Coronavirus wahrscheinlich zusätzliche Fragestellungen und Sichtweisen aufdecken wird: Da sich die BewohnerInnen der EMR stark ähneln, werden Unterschiede in den Ergebnissen vor allem von Systemfaktoren bestimmt. So variieren die Gesundheitssysteme innerhalb der EMR sowie die Krankenhausinfrastruktur, die Aufnahmekriterien und die Behandlungsweisen erheblich. Die knappen Ressourcen sollten während der Pandemie in Übereinstimmung mit der regulären Pflege optimal genutzt werden, was sich zwangsläufig auch auf die Entscheidungen von Ärzten und Ärztinnen auswirkt.

 

Interreg V Förderung

Förderfähige Kosten insgesamt: € 895.729,19
EFRE-Beitrag: € 806.156,25